Wie du mit System selbstbestimmter und motivierter agierst
Es ist eine bekannte Erfahrung: Nichts motiviert stärker, als an einem Projekt zu arbeiten, mit dem man sich identifizieren kann. Ebenso gilt das Gegenteil – kaum etwas wirkt so entmutigend, wie dauerhaft Zeit und Energie in Aufgaben zu investieren, die keinen persönlichen Bezug haben oder hinter deren Sinn man nicht steht.
Diese Beobachtung wird von zahlreichen wissenschaftlichen Studien gestützt. Forschende aus der Motivations- und Lernpsychologie betonen immer wieder den Zusammenhang zwischen persönlicher Motivation, wahrgenommener Selbstbestimmung und Erfolg in Studium wie Beruf. Menschen, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben und darauf Einfluss nehmen können, erzielen langfristig bessere Ergebnisse – und schützen vor allem auch ihre mentale Gesundheit.
Sinn, Motivation und die eigene Haltung
Überträgt man diese Erkenntnisse auf den Studien- oder Berufsalltag, wird schnell klar: Kein Wunder, wenn du demotiviert bist und unter deinen Möglichkeiten bleibst, solange du in deinem Lernen, deiner Arbeit keinen tieferen Sinn identifizieren, keinen echten Bezug zu dir selbst herstellen kannst und auch keinen Weg siehst, selbstbestimmter und selbstwirksamer zu agieren.
Der entscheidende Punkt ist jedoch: Sinn und Selbstbestimmung hängen nicht nur von äußeren Bedingungen ab. Ein großer Teil entsteht durch die Art, wie du selbst deine Arbeit betrachtest und gestaltest. Wenn du dich ausschließlich an Vorgaben und Routinen hältst, ohne darüber hinauszudenken und deine eigene Weiterentwicklung anzustreben, überlässt du anderen die Kontrolle – über deine Arbeit, deinen Fortschritt und letztlich auch deine Motivation.

Vom Reagieren zum Gestalten
Ausgehend von einem offenen Growth Mindset, kannst du dich deutlich mehr für dich selbst einsetzen: Wenn du im Rahmen der eigenen Feldstudie in deinem Studien- oder Berufsalltag deine Neugier und Motivation erforschst und weißt, was dein Interesse besonders weckt und so für dich persönlichen Bezug und Bedeutung hat, kannst du aufbauend darauf eine Arbeitshypothese formulieren und ein kleines Experiment entwerfen, um sie zu testen.
Beispiel: Du stellst fest, dass dich das Gestalten und Halten von Präsentationen reizt und du darin gerne besser werden möchtest. Dann kann dein Experiment lauten: Innerhalb der nächsten sechs Wochen erstelle ich vier kurze Präsentationen (5–10 Minuten) für einen kleinen, vertrauten Kollegenkreis.
Wichtig dabei ist, deine Experimente überschaubar und risikofrei zu gestalten – so bist und bleibst du unmittelbar handlungsfähig und vermeidest Überforderung. Der zentrale Gewinn ist zudem: Du arbeitest an etwas, das dich wirklich interessiert. Damit entsteht intrinsische Motivation quasi automatisch – es ist ja dein Projekt.
Beim Experimentieren gehst du systematisch vor.
Nehmen wir an, du erstellst und hältst die erste Präsentation. Währenddessen machst du jede Menge Lernerfahrungen und bekommst Feedback. Zusätzlich wird es auch in deinem Umfeld Veränderungen/Ereignisse geben, die für dich und dein Experiment interessant sind. All diese Informationen sammelst du und schaust, welche Verbindung und Bedeutung sie jeweils für den nächsten Durchlauf/Loop deines Experiments haben. Bei der Auswahl, welche Informationen du für deinen nächsten Loop verwendest, lässt du dich natürlich wieder an erster Stelle von deinem eigenen Interesse leiten: Was hat dich neugierig gemacht, welchem Aspekt willst du jetzt nachgehen?
Jeder Loop erzeugt so Motivation, weil du ihn selbst gestaltest. Du reflektierst, was funktioniert hat, passt dein Vorgehen an und entwickelst dein Experiment und dich selbst Schritt für Schritt weiter. Dieses evolutionäre Prinzip des Learn and Adapt ist eine echte Superkraft: Es verbindet Selbstbestimmung, Gestaltungsmöglichkeiten, Motivation und kontinuierliches Lernen zu einem dynamischen, persönlichen Entwicklungsprozess.
Während lineare Zielvorgaben oft vornehmlich Kontrolle verlangen – auch über deine eigene Motivation –, setzt experimentelles Arbeiten auf Selbstwirksamkeit. Du lernst, Einfluss zu nehmen, statt dich steuern zu lassen.
Fazit: Willst du selbstbestimmter und motivierter agieren, starte dein erstes Experiment.
Ja, das geht auch in deinem Studien- oder deinem Berufsalltag. Du beginnst klein, übersichtlich, machbar –mit einem Experiment, das wirklich zu dir und deiner Situation passt. Entscheidend ist dabei vor allem, neugierig zu bleiben, zu reflektieren und Schritt für Schritt Verantwortung für deinen Lern- und Arbeitsprozess zu übernehmen. Motivation entsteht durch dein bewusstes Gestalten.
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Kurz: auf Menschen, die wie du selbstbestimmt und motiviert arbeiten sowie ihre Potenziale entfalten wollen.