Time2Earn = Time2Learn

Wer kennt das nicht?
Gerade erfolgreiche Zeiten geben uns wenig Anlass, über sinnvolle Veränderungen oder neue Entwicklungen nachzudenken. Mit dem Hinweis: »bei uns läuft‘s gut, wir haben keinerlei Probleme, warum etwas ändern?«, weisen wir diejenigen in die Schranken, die uns darauf aufmerksam machen wollen, dass kein Erfolg ewig währt – schon gar nicht in der heutigen Zeit digitaler Transformation und Disruption.

Was wir dabei gegen alle Logik übersehen oder einfach nicht sehen wollen, ist: die Mahner haben recht. Eingebunden in die natürlichen, systemischen Prozesse unserer Welt, wie wir alle nun mal sind, können wir uns dem systemischen Phänomen des begrenzten Wachstums einfach nicht entziehen. (Berühmt geworden ist dieses vor allem als Limits to Growth durch den Bericht des Club of Rome).

Anders, und mit einem Satz des Neurobiologen und Philosophen Humberto Maturana gesagt: »Jede unserer Aktionen, jede Bewegung wird schon im Moment ihrer Entstehung gehemmt.« Nur: meistens merken wir davon länger nichts. Die Hürden treten mit Verzögerung ein, was dazu führen kann, dass wir uns eine ganze Zeit in Sicherheit wähnen und dabei schon mal träge werden: der momentane Erfolg gibt uns schließlich recht, oder?

Und dann mal schnell.
Wenn es dann anfängt zu drücken, weil es nicht mehr so läuft wie gewohnt, wenn also die Limits to Growth, die immer schon da waren, deutlich sind, ist es meist reichlich spät. Daher bricht Eile aus, und schnell wird zu üblichen Rezepten gegriffen. Beispiel: wir merken, dass die Digitalisierung längst Geschäftsmodelle und Vorgehensweisen hervorgebracht hat, die mehr und mehr in Konkurrenz zu dem stehen oder stehen werden, was wir tun. Anderen Anbietern geht es genauso. Einer von ihnen entwickelt daraufhin als zügig greifbare Lösung eine Online-Marketingkampagne mit reduzierten Preisen. Für die Kampagne nutzt er bisher nicht von ihm eingesetzte Online-Kanäle, um Aufmerksamkeit und Kunden zu gewinnen sowie neue Marktsegmente zu erschließen. Wie schnell denken wir darüber nach, ob das nicht auch für uns der Weg sein könnte, um uns wieder in die bisherige Erfolgszone zu bringen? Und mal ehrlich, wieviel haben solche Schnellschüsse noch mit der wirklichen Wahrnehmung und Nutzung unserer eigenen Potentiale zu tun? Wieviel ist Zeitdruck und Angst geschuldet?

Sinnvolle Weiterentwicklungen aus unserer eigenen Entwicklungs- und Unternehmensgeschichte heraus, die tatsächlich zu differenzierten, einzigartig und zukunftsfähig erfolgreichen Lösungen führen, entstehen unter Hektik jedenfalls selten. Und so hindert uns letztlich unser eigenes Ausblenden der immer wirkenden Limits to Growth an unserem langlebigen Erfolg bzw. am Erfolg der uns verbundenen Unternehmen.

Geht es auch schlauer? Ja, sicher. Beginnen kann jeder genau dort, wo er steht,

mit schon einigen, einfachen Maßnahmen:

>> Erstens damit, sich der stets wirkenden Limits to Growth immer bewusst zu sein, auch und gerade, wenn man aktuell weit und breit keine größeren Hemmnisse für die eigene Arbeit und das verbundene Unternehmen sieht. So haben wir beispielsweise einen regelmäßigen Termin eingerichtet, an dem wir uns über die jeweils von uns wahrgenommenen Veränderungen in unserem Arbeitsumfeld austauschen sowie daraus mögliche, künftige Hürden reflektieren. Auch wenn mal wieder sehr viel zu tun ist, »keine Zeit« ist dabei kein Argument, den Termin zu verschieben. Denn lässt man das Verschieben einmal einreißen, läuft bald alles wieder so wie zu Anfang dieses Posts geschildert.

Statt Gedanken an stattfindende Veränderungen im Kontext des Unternehmens als lästig wegzudrücken, kann man stattdessen tatsächlich Freude daran und Neugier dafür entwickeln, künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Hürden zu antizipieren. Wie gesagt, die Limits to Growth sind immer da, ob wir wollen oder nicht. Wir können aber entscheiden, ob wir uns weiterhin, letztlich vergeblich, mit aller Kraft gegen sie stemmen oder sie lieber frühzeitig in unsere Denk- und Vorgehensweisen integrieren um, immer so gut es geht, mit ihnen zu arbeiten.

D.h., die sich aufgrund von Veränderungen bietende Chancen bewusst für die eigene, weitere Entwicklung zu nutzen, statt durch langes Wegschieben und »Läuft doch« schließlich doch unter Druck zu geraten. Wem dies einmal gelungen ist, der bleibt gerne dabei.

>> Neben festen Terminen zur Veränderungs-Reflexion ist es sinnvoll und meist recht zügig machbar, dazu hilfreiche Lernstrukturen im Unternehmen zu implementieren. Das können von Teams gemeinsam genutzte interne Kommunikationssysteme sein, über die im Vorfeld eines Termins bereits die von Einzelnen wahrgenommenen, recherchierten Veränderungen vorgestellt werden können. Auch ist es in größeren Teams möglich, eine Pilotgruppe zu bilden, deren Mitglieder die von den Mitarbeitern in ihren Bereichen wahrgenommene Veränderungen regelmäßig in die Gruppe mitbringen. So kann dort schon früh bereichsübergreifend mit den Informationen gearbeitet werden. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, bis hin zu komplett selbstorganisierenden Teamstrukturen. Eines gilt jedoch in allen Fällen: es ist immer notwendig, eine für Umfeldveränderungen und deren bewusste, frühzeitige Nutzung offene Einstellung mitzubringen, zu leben und vorzuleben. Die besten internen Lern- und Kommunikationssysteme sind schon gescheitert, weil Mitarbeiter, u.a. aus Angst vor Kritik, lieber schwiegen statt ihre Eindrücke weiterzugeben.

Letztlich gilt:
Egal für welche Maßnahmen Sie sich entscheiden – Hauptsache, Sie werden aktiv und tun etwas, das zu Ihrem Unternehmen passt.

>> Systemische Perspektiven auf Ihre Eingebundenheit in die größeren Umfeldprozesse sowie systemische Vorgehensweisen zur frühzeitigen Wahrnehmung und Nutzung von Umfeldveränderungen und »Limits« sind dabei für Ihre permanente Unternehmensentwicklung elementar. Hier helfen Ihnen unsere Rakkanteki Learn-Ins, Workshops und Mentorings entscheidend weiter, sich in übersichtlicher Zeit »Systemblick« und »Systemgespür« anzueignen sowie ins heute unerlässliche Systems Thinking einzusteigen.

Beginnen können Sie damit schon ab Januar 2020 im Rahmen unserer nächsten Learn-Ins. Mehr Details dazu gibt es demnächst hier im Blog oder gerne vorab im persönlichen Gespräch. Kontaktieren Sie uns einfach Kerstin Döweler.

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