Experiment entwerfen: die Grundlagen
Deine eigene Feldforschung
Ein Experiment, das du mithilfe der Rakkanteki-Grundlagen entwirfst und durchführst, ist dein persönliches Feldforschungsprojekt, mit dem du eine zuvor von dir aufgestellte Arbeitshypothese bestätigst oder widerlegst. Im Zentrum deines Experiments steht dabei eine für dich realistische, wiederholbare Tätigkeit, die du im Rahmen mehrerer, aufeinander aufbauenden Durchläufen (Loops) ausführst. Was Experimentieren so wertvoll macht, ist nicht nur, dass es dir als zyklisches Vorgehen heute in Zeiten dynamischen Wandels gegenüber der üblichen, linearen Planung ermöglicht, schneller, kreativer und reflektierter zu lernen.
Das Experimentieren unterstützt dich dabei, deine Potenziale wahrzunehmen und zu entfalten – unabhängig vom Ausgang einzelner Experimentdurchläufe. Jedes einzelne Experiment ist damit ein grundlegender Baustein deiner beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen, in überschaubarem Rahmen etwas Neues auszuprobieren und aus deinem Vorgehen und den entstehenden Erfahrungen systematisch zu lernen. Gleichzeitig ist es ein Weckruf, deine »Komfortzone« zu verlassen und ins konkrete Handeln und Wirken zu kommen. Denn einen Unterschied machen wirst du nur dann, wenn du ihn tatsächlich MACHST.
Hast du also durch deine Alltagsbeobachtungen bereits entdeckt, was du näher kennenlernen, genauer verstehen und erforschen willst und daraus auch schon eine Arbeitshypothese abgeleitet, kannst du beginnen, dein erstes Experiment zu entwerfen.

Zentrale Kriterien für das Entwerfen deines Experiments sind:
Zweck, Bedeutung und innere Balance
Jedes Experiment sollte einem für dich persönlich bedeutsamen Zweck dienen. Es muss dich so sehr interessieren, dass du bereit bist, dich ernsthaft darauf einzulassen und auch dann dranzubleiben, wenn es anstrengend wird. Sowohl berufliche als auch private Themen eignen sich, solange sie dich herausfordern und deine Neugier wecken, tiefer zu forschen, zu lernen und dich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollte das Experiment im Einklang mit deinen Werten stehen – sobald ein innerer Wertekonflikt entsteht, würdest du langfristig gegen dich selbst handeln.
Ein bedeutungsvoller Zweck ist nicht mit einem linearen, starren, messbaren Ziel zu verwechseln. Es geht ausdrücklich nicht darum, einen Halbmarathon bis zu einem bestimmten Datum laufen zu können oder ein ganz bestimmtes Examen zu bestehen. Genau diese Art Zielfixierung gilt es zu vermeiden.
Stattdessen geht es für dich um grundsätzlichere Entwicklungsanliegen, etwa: »Ich möchte Japanisch lernen«, »Ich will erforschen, wie ich Vorträge spannender gestalten kann« oder »Ich möchte herausfinden, wie ich meine Designarbeit mithilfe von KI für mich interessanter und für meine Kund:innen nützlicher machen kann«.
Machbarkeit
Ein tragfähiges Experiment ist immer handlungsorientiert und muss für dich praktisch umsetzbar sein. Es knüpft an deine aktuellen Ressourcen, Kompetenzen, Zeitfenster und deine verfügbare Energie an. Weil ein Experiment idealerweise mehrere Durchläufe umfasst, damit du genügend Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln kannst, lohnt es sich, bewusst klein und überschaubar zu starten. So kannst du ohne Verzögerung, ohne Überforderung beginnen, Loop für Loop lernen und bleibst motiviert, am Experiment dranzubleiben.
Kontinuität
Die zentrale Aktion deines Experiments sollte klar formuliert und problemlos wiederholbar sein. Sie braucht einen definierten Zeitraum, in dem du sie regelmäßig durchführst – etwa täglich für 30 Minuten oder zweimal pro Woche zu einem festen Zeitpunkt. Achte darauf, den gesamten Zeitraum deines Experiments realistisch zu wählen: lang genug, um mehrere Loops durchzuführen und aussagekräftige Erfahrungen bzw. Daten zu sammeln, aber kurz genug, damit du dir selbst, auch mit Blick auf deine Ressourcen zutraust, das Experiment auch tatsächlich abzuschließen. Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit – »Ich habe es wirklich gemacht« – ist ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses.
Für erste Experimente hat sich eine Dauer von etwa 14 Tagen bis zu einem Monat bewährt. Dieser Zeitraum bietet eine gute Balance zwischen ausreichender Erfahrungstiefe und Aufrechterhaltung von Motivation und »Drive«. Wenn du dir ein längerfristiges Experiment zutraust und es dir – wichtig – auch unter dem Kriterium Machbarkeit sinnvoll erscheint, kannst du selbstverständlich auch schon einen größeren Zeitraum wählen.
Nachweisbarkeit
Du solltest jederzeit nachvollziehen können, ob du dein Experiment tatsächlich umsetzt und deinem eigenen Rahmen treu bleibst. Achtung: Es geht dabei natürlich gerade nicht um klassische Messgrößen linearer Projekte, wie Kennzahlen, KPI oder OKR. Es geht vielmehr darum, dass du einfach erlebst, wie du zu jedem neuen Loop erneut antrittst und dich deinem Experiment mit Ernsthaftigkeit und Freude widmest. So entsteht mit der Zeit ein reicher Fundus an Erfahrungen und Daten, auf deren Grundlage du reflektieren, entscheiden und weiterentwickeln kannst. Gleichzeitig stärkst du deine Selbstwirksamkeit, baust Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten auf und gewinnst Motivation für weitere Loops – und für die nächsten Experimente, die daraus entstehen.
Damit hast du jetzt die zentralen Kriterien für das Entwerfen vor dir: Los gehts. Wir können es kaum erwarten zu erfahren, welches Experiment du formulieren und machen wirst.
Um/Zu … (diesem bedeutsamen Zweck)
werde ich innerhalb von… (Zeitraum, genaue Zeitpunkte, Anzahl v. Loops)
das machen… (deine klar formulierte Experiment-Aktion)
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Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen.